Therme Vals
Vals, Schweiz, 1996
Wasser, Licht und Architektur: Der Stein in seinem Element
«Je mehr wir auf den Stein vertrauten, ihn die Hauptrolle spielen liessen, umso mehr begann er seine Feinheiten, Musterungen und Strukturen zu zeigen, seine Schönheit.»
Dieses Zitat von Architekt Peter Zumthor beschreibt auf eindrückliche Weise die besondere Beziehung zwischen Architektur und Material in der Therme Vals. Auch fast dreissig Jahre nach der Eröffnung im Jahr 1996 sind wir noch immer begeistert von diesem aussergewöhnlichen Bauwerk – und davon, wie der Valser Quarzit die Hauptrolle spielt.
Rund 60’000 Steinplatten aus Valser Quarzit wurden in der Therme verbaut. Schicht für Schicht entstand ein Raum, in dem der Stein mit seinen natürlichen Farbnuancen und feinen Strukturen zum prägenden Gestaltungselement wird. Die Besucherinnen und Besucher erleben den Stein nicht nur mit den Augen, sondern unmittelbar mit allen Sinnen: beim Berühren der Wände, beim Barfussgehen über die Böden und beim Eintauchen ins warme Wasser.
Mit der Therme Vals hat Peter Zumthor das Verständnis von Badearchitektur nachhaltig geprägt. Das Gebäude entfernte sich bewusst vom traditionellen Bild des Kurbades und schuf stattdessen ein architektonisches Erlebnis, bei dem Raum, Licht, Wasser und Material zu einer Einheit verschmelzen. Baden wurde hier nicht nur als Erholung verstanden, sondern als intensives räumliches Erlebnis.
Die Felsen Therme, wie sie auch genannt wird, wurde bereits zwei Jahre nach ihrer Eröffnung im Jahr 1998 unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Heute gilt sie als eines der bedeutendsten Werke zeitgenössischer Architektur. Mehr zum Projekt
Produkte: Valser Quarzit , gesägt
Anwendungsgebiet: Boden Innen, Boden Aussen, Schichtmauerwerk, Bad, Schwimmbad
Architektur:
Peter Zumthor
Materiallieferant: Truffer AG
Material & Beitrag von Truffer
Mit dem Bau der Therme Vals wurde auch das charakteristische Schichtmauerwerk aus
Valser Quarzit geboren. Die sorgfältig aufeinander gemauerten Steine in drei
unterschiedlichen Schichthöhen (3.1 cm, 4.7 cm und 6.3 cm) wurden zum prägenden
architektonischen Element des Gebäudes. Was ursprünglich für die Therme entwickelt
wurde, fand in der Folge Eingang in zahlreiche weitere Bauwerke und wurde zu einem
eigenständigen, international geschätzten Produkt.
Noch heute gehört das Schichtmauerwerk – ob gesägt oder gebrochen – zu unseren
bedeutendsten Produkten. Es findet sowohl als massives Mauerwerk im Aussenbereich
Verwendung, als auch als Wandverkleidung im Innenbereich.
Architektonische Merkmale
Monolithischer Bau aus Valser Quarzit: Die Therme wirkt wie ein aus dem Berg herausgeschnittener Körper und fügt sich harmonisch in die Landschaft ein.
Schichtmauerwerk als prägendes Gestaltungselement: Rund 60’000 Steinplatten Architektur des Raumerlebnisses: Peter Zumthor inszeniert Licht, Wasser, Stein und Proportionen zu einer sinnlichen Erfahrung.
Reduktion und Materialität: Wenige, sorgfältig gewählte Materialien und eine präzise Detailausführung schaffen eine zeitlose Atmosphäre.
Verbindung von Natur und Architektur: Das Gebäude ist tief in den Hang eingebettet.
Funktion & Nutzung
Die Therme Vals ist ein Thermalbad, das Baden als sinnliches und architektonisches Erlebnis neu interpretiert. Das Zusammenspiel von warmem Quellwasser, Valser Quarzit, Licht und Raum schafft einen Ort der Ruhe und Entspannung.
Nachhaltigkeit & Regionale Werte
Der Valser Quarzit wurde in rund 1 km Entfernung abgebaut und direkt vor Ort zu den
fertigen Mauersteinen fürs Schichtmauerwerk weiterverarbeitet – kurze Transportwege und
eine vollständig lokale Wertschöpfung unterstreichen die Nachhaltigkeit dieses Materials.
Besonderheiten & Lösungen
Das Schichtmauerwerk aus Valer Quarzit wurde für die Therme Vals eigens entwickelt.